Rezension: Arkadien erwacht von Kai Meyer




Titel: Arkadien erwacht
Autor: Kai Meyer
Verlag: Carlsen
Seitenanzahl: 416
Reihe: Arkadien-Reihe
Reiheninfo: 
1. Arkadien erwacht
2. Arkadien brennt
3. Arkadien fällt








Erster Abschnitt:
Über dem Atlantik weckte sie die Stille. Sie kauerte mit angezogenen Knien auf ihrem Sitz, verborgen und verdreht von fünf Stunden Enge.

Er senkte den Pantherschädel, leckte die Menschenhaut wie Milch von ihrem Körper und entblößte die goldenen Schuppen ihres Schlangenleibs.

Die Einsamkeit Siziliens birgt düstere Mythen und Legenden. Raubtiere jagen menschliche Beute in den Hügeln. Raubtiere, die sich hinter der Maske verfeindeter Mafia-Clans verbergen.

Als eine Tragödie Rosa aus New York nach Italien führt, ahnt sie nicht, dass sie viel mehr ist als nur ein Mädchen auf der Flucht. Bis sie Alessandro begegnet. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie. Nach den Gesetzen der Mafia müsste er ihr Todfeind sein – doch dann stoßen sie gemeinsam auf das uralte Geheimnis ihrer Familien...
(Quelle: amazon.de)





Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen.
Die Geschichte fängt ein bisschen schleppend an und es dauert, bis sich die Spannung aufgebaut. Aber es lohnt sich, wenn man weiter liest, denn später wird es spannender.

Rosa ist vorlaut und nicht leicht einzuschüchtern. Schnell merkt man, dass sie eigentlich ziemlich zerbrechlich ist und sie mit ihrer provokanten Art nur versucht, sich zu schützen, denn sie musste in ihrem Leben schon viel durchmachen. Ich mag ihren Charakter sehr, denn er unterscheidet sich von den üblichen weiblichen Romanfiguren und ist deswegen eine willkommende Ablenkung.
Alessandro hinge konnte ich am Anfang wenig abgewinnen. Er ist anfangs ziemlich darauf fokosiert Anführer seines Clans zu werden und den Tod seiner Mutter zu rächen. Erst später konnte er mich überzeugen.
Die Liebesgeschichte zwischen Rosa und Alessandro baut sich langsam auf. Es ist nicht so eine typische klischeehaft Liebe-auf-den-ersten-Blick-Beziehung. Rosa baut erst langsam Vertrauen zu Alessandro auf und das macht die Geschichte viel glaubwürdiger und realistischer.

 Mir gefällt die Thematik sehr gut. Kai Meyer greift mehrere Themen auf - unter anderem Mafia-Familien, das moderne Sizilien und die Gestaltwandler - und verpflechtet diese zu einer spannenden Geschichte. Auch das Setting gefällt mir sehr gut. Die verschiedenen Orte in Sizilien sind so genau und detailliert beschrieben, dass man sich vorkommt, als wäre man selbst dort gewesen. 

Zum Ende hin bleibt noch einiges offen, unter anderem kann man im nächsten Band mit einer Geheimorganisation namens TABULA, den gefürchteten Hungrigen Mann und weiteren Geheimnissen rund um die Arkadier rechnen.



,,Hast du dich schon mal gefragt, wer in den Löchern in der Menge geht?"
Sie blickte verwundert zu ihm hinüber. Vielleicht hatte sie sich getäuscht. Möglicherweise war er mehr als nur ein wenig seltsam.
,,Löcher in der Menge?", wiederholt sie.
,,Wenn viele Menschen an einem Ort sind, hundert oder tausend oder mehr, bleiben trotzdem immer ein paar Flecken leer. Ganz vorne. Oder mittendrin. Außen am Rand. Man muss darauf achten, dann kann man es sehen." (S. 71)




Ein überzeugender Auftakt in die Arkadien-Trilogie, welche ich auf jeden Fall weiter verfolgen werde. Neue Ideen sorgen für Spannung und das Ende lässt Raum für die Fortsetzungen für die Fortsetzung ,,Arkadien brennt". Ein tolles Settig, ein spannender Schreibstil und eine interessante Protagonistin konnten mich überzeugen.

Deswegen gibt es von mir 4 von 5 Traumtänzerinnen:

















Kai Meyer, 1969 in Lübeck geboren, ist als Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor tätig. Er gilt als ein Vertreter des magischen Realismus – in seinen Büchern verbinden sich historische Ereignisse und Personen mit Elementen aus dem Bereich der Sagen und Mythen. Nach seinem Abitur studierte er einige Semester Film, Theater und Philosophie, bevor er ein Volontariat bei einer Tageszeitung begann. Nach einigen Jahren als Journalist und Filmkritiker beschloss Meyer 1995, zukünftig als freier Autor tätig zu sein. Bereits 1993 hatte er mit „Der Kreuzworträtsel-Mörder“ seinen ersten Kriminalroman veröffentlicht, der auf einem Fall aus der ehemaligen DDR basierte. Ein Jahr später ließ er „Schweigenetz“ folgen. Mit „Geisterseher“, welches 1995 erschien, gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller. In den folgenden Jahren schrieb Meyer zahlreiche Romane, viele davon bilden ganze Serien. Beispiele hierfür sind etwa die „Doktor Faustus“-Triologie, „Die Nibelungen“, „Die Sieben Siegel“ sowie die Trilogien „Merle und die fließende Königin“, „Die Wellenläufer“, „Wolkenvolk“ und „Sturmkönige“. Zudem schrieb Kai Meyer Drehbücher und war als Co-Autor an der Kreation eines Fantasy-Rollenspiels beteiligt. Bis zum heutigen Tage hat Kai Meyer rund 50 Bücher veröffentlicht, welche in fast 30 Sprachen übersetzt wurden. Die weltweite Gesamtauflage seiner Bücher beträgt mehrere Millionen Exemplare. Im März 2012 erschien der dritte Band der Alchimistin-Saga, "Die Gebannte". Hintergrund: Einige Jahre nach "Die Alchimistin" und "Die Unsterbliche" beschlossen Kai Meyer und sein Verlag (Heyne), die beiden Bände neu aufzulegen. Dafür überarbeitete Kai Meyer die Werke und bekam dabei Lust auf einen dritten Band. Im Frühjahr 2014 erscheint Kay Meyers aktueller Roman "Phantasmen".
(Quelle: lovelybooks.de)

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