(Rezension) Liebeskinder von Jana Frey

Titel: Liebeskinder
Autorin: Jana Frey
Seitenanzahl: 384
Verlag: Arena
Reihe: Einzelband
ISBN-10: 3401067877
ISBN-13: 978-3401067872
Meine Wertung: 4/5









Erster Satz:
Kleine, in der Luft herumwirbelnde Sterne, die von den erwachsenen Menschen - das wusste das Kind bereits - Staub genannt wurden, tanzten im warmen Sonnenlicht.
Zadoc liebt alles an Ivory. Ihr Haar, das sämtliche Farben des Herbstes hat. Der ständig wechselnde Ausdruck aus ihren winterhimmelblauen Augen. Und vor allem ihren Geruch nach Wind und Widerstand.  Kenzie liebt alles an Amos. Seine hellgrün schimmernden Augen, sein Lachen und Lächeln, seine Musik, seine Art, sich zu bewegen, seinen Gang. Und sie liebt es, dass er zu ihr gehört. Zu ihr ganz allein.  Zwei Liebende. Zwei Schicksale. Und eine Geschichte, in der alles, aber auch alles miteinander verbunden ist.
Quelle: Amazon

Die Geschichte von Zadoc und Kenzie scheint auf dem ersten Blick völlig anders zu sein, ist aber eigentlich eng miteinander verbunden. Beide Charaktere fühlen sich nicht wohl in ihrem Körper, auch wenn das verschiedene Gründe hat. 
Zadoc ist ein interessanter Protagonist. Er hat es nicht leicht in seinen Leben und wird von allen immer nur als ,,Der Irre“ oder ,,der Verrückte“ betrachtet. Er hört solche Bezeichnungen so oft, dass er selbst davon überzeugt ist, dass es besser wäre sich abzukapseln. Er nimmt Medikamente, geht zur Therapie und hat des öfteren Anfälle. Doch es gibt eine konstante in seinem Leben: Ivory, das Mädchen mit dem Herbsthaaren. In ihrer Gegenwart kann er mehr er selbst sein und in diesen Momenten wird klar, dass mehr hinter Zadoc steckt als nur der irre unterbelichtete Junge für den ihn die anderen Kinder halten.
Kenzie ist zwar nicht verrückt, doch auch sie fühlt sich wie eine Außenseiterin. Neben ihrer wunderschönen und beliebten Schwester Janis fühlt sie sich hässlich und unscheinbar. Der ständige Konkurrenzkampf mit Janis führt auch bei Kenzie dazu, sich immer mehr abzukapseln, bis sie Amos kennenlernt. Bei ihm fühlt sie sich geliebt. 
Die anderen Nebencharaktere sind ähnlich vielschichtig und voller Leben. Jede Figur ist einzigartig und hebt sich von der nächsten ab. Durch diese lebendigen Figuren wirkt das Buch weniger wie eine fiktiver Roman, sondern mehr wie eine Geschichte, übernommen aus dem richtigen Leben.

Die einzelnen Kapitel wechseln zwischen der Sicht von Kenzie und Zadoc. Auch aus Ivorys Sicht wird erzählt. Das kann schnell chaotisch und verwirrend sein, besonders da Zadocs Geschichte nicht in der chronologisch richtigen Reihenfolge erzählt wird. Bei ihm wird in den Jahren gesprungen, so dass ich mir manchmal nicht sicher war, ob etwas von dem man vorher schon gelesen hat zu einem anderen Zeitpunkt der Geschichte schon passiert ist oder noch nicht. Bei Kenzie ist das zum Glück nicht der Fall, denn bei ihr kann man ihr Leben von der Geburt bis ins Erwachsenenalter in der richtigen Reihenfolge miterleben. In beiden Geschichten wird viel Kummer und Verzweiflung, aber auch Hoffnung weitertransportiert. Das Buch ist voll von Gefühlen und konnte mich berühren. Als ich am Ende angelangt war, war ich glücklich und traurig zur selben Zeit. Am Ende fließt alles zu einer Geschichte zusammen, alles ergibt plötzlich Sinn. Und es ist traurig und hoffnungsgebend zur selben Zeit, denn es zeigt, wie grausam das Leben sein kann, aber auch wie es sich zum Positiven entwickeln kann.
Der Schreibstil von Jana Frey unterstützt diese unterschiedlichen Emotionen zusätzlich, denn auch wenn ich ihn nicht unbedingt als poetisch beschreiben würde, hat er seine eigene Magie. Sie schreibt sehr direkt, ohne viel Tamtam, so dass alles sehr klar und schlüssig ist. 

Eine tolle Geschichte, deren Ende mich sprachlos zurückgelassen hat. Es war traurig und glücklich zugleich und während des Lesen wurde ich von den gegensätzlichsten Gefühlen befallen. Nur der ständige Sichtwechsel und die nicht chronologische Reihenfolge, in der Zadocs Geschichte erzählt wird, war mir zu chaotisch und hat gestört. Ich vergebe 4 von 5 Traumtänzerinnen:

Jana Frey ist eine deutsch-schweizerische Kinder-und Jugendbuchautorin. Mit ihrem Jugendbuch "Höhenflug abwärts" wurde sie 2004 für den Deutschen Kinder- und Jugendliteraturpreis nominiert. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Süddeutschland.
Quelle: Lovelybooks

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