(Rezension) Nebelsilber von Tanja Heitmann

Titel: Nebelsilber
Autorin: Tanja Heitmann
Seitenanzahl: 400 (gebundene Ausgabe)
Verlag: cbt Verlag
Erscheinungsdatum: 23.11.2015
ISBN: 978-3-570-16121-0
Meine Wertung: 3/5











Es war ein wunderschöner Herbstmorgen.
Der Herzschlag, der dich ruft ...
Als die siebzehnjährige Edie mit ihrem Vater in ein einsames Haus im Wald zieht, will sie eigentlich nur ihren Liebeskummer bewältigen. Das abgeschiedene Wasserruh ist jedoch ein Ort voller Mythen, die einen unwiderstehlichen Reiz auf sie ausüben. Als plötzlich der vor zehn Jahren verschollene Silas Sterner vor ihr steht, kann er sich nur daran erinnern, dass ihr Herzschlag ihn zurückgebracht hat. Doch im Nebel des Erlenwalds lauert eine dunkle Macht darauf, Silas wieder in die Nachtschatten tief im Erdreich unter Wasserruh zu locken. Edie gerät in ein Netz aus alten Geheimnissen und Lügen, während das Band zwischen ihr und Silas immer stärker wird – bis es plötzlich zu reißen droht, als sie der Wahrheit zu nahe kommt
Quelle: Amazon


Edie möchte einfach nur fliehen, möglichst weit weg, irgendwohin wo sie sich verkriechen kann, um ihre Wunden zu lecken und ihr gebrochenes Herz heilen zu lassen. Deswegen ist sie auch so froh, über die Möglichkeit mit ihrem Vater nach Wasserruh zu gehen und das alte Haus der Familie wieder instand zu setzen. Doch Wasserruh entpuppt sich als magischer Ort mit mehr Geheimnissen als zunächst vermutet, die Edies heimliche Gabe mehr denn je anziehen. Denn Edie ist in der Lage, alte längst vergessene und magische Dinge zu sehen, die dem gewöhnlichen Auge verborgen bleiben. Und sie ist es auch, die sie mithilfe eines Herzschlages zu Silas führt - dem Jungen, der 10 Jahre lang verschwunden war und nun wie aus heiterem Himmel wieder aufgetaucht ist, vollkommen ohne Erinnerung an das Jahrzehnt seiner Abwesenheit. Doch was hat es mit Silas auf sich? Was ist ihm widerfahren und warum fühlt Edie sich ihm so verbunden.

Durch das wunderschöne Cover und den interessant klingenden Klappentext bin ich auf das Buch  aufmerksam geworden, doch meiner anfänglichen Begeisterung wurde schnell ein Dämpfer versetzt, denn der Anfang hat sich ewig gezogen und so hatte ich schon viel zu viele Seiten gelesen, bis ich das Gefühl hatte, in der Geschichten drin zu sein. Wirklich komplett in ihr versunken bin ich aber leider nicht, denn irgendwie konnte ich einfach keinen Zugang zu den Figuren finden. Für sich betrachtet gefallen mir die Charaktere unheimlich gut, da sie sowohl einzigartig als auch sympathisch sind. Besonders Marischka und Addo - die zwei Freunde, die Edie in Wasserruh gefunden hat - hatten eine tolle Persönlichkeit und waren auch meine heimlichen Lieblinge der Geschichte. Trotzdem habe ich mich nicht wie ein Teil der Geschichte gefühlt, sondern mehr wie eine stille Beobachterin, abgeschottet vom Geschehen durch eine dicke Glasscheibe. Das lag wahrscheinlich an Edie, an der ich zwar nicht wirklich etwas zu bemängeln habe, zu der ich aber trotzdem keine richtige Verbindung aufbauen konnte. Vielleicht liegt das ja daran, dass ich bis zum Schluss nicht ganz verstanden habe, was es denn jetzt eigentlich mit ihrer Gabe ganz genau auf sich hat. Grob konnte ich mir wohl etwas vorstellen, jedoch wurde dabei meiner Meinung nach immer ein bisschen um den heißen Brei herum geredet. Allerdings ist die Idee, die der Geschichte zugrunde liegt richtig toll, wenn auch noch ein bisschen ausbaufähig. Zumindest ist sie mir noch in keinem anderen Buch untergekommen und hat somit zurecht mein Interesse geweckt. Auch der Schreibstil konnte mich davon überzeugen, dass die Autorin weiß, wie man mit Worten umgeht. So konnte ich zwar nicht zu den Figuren durchdringen, mir aber trotzdem bildhaft vorstellen, wie der Ort des Geschehens wohl aussehen muss. 
Ein bisschen Schade fand ich aber, dass man sich am Anfang zu viel Zeit gelassen, dafür aber das Ende so kurz gehalten hat. Für mich ging gegen Ende einfach alles viel zu schnell und ein paar mehr Erklärungen wären dann doch noch erwünscht gewesen.

Alles im allem bin ich nicht ganz überzeugt von der Geschichte. Die Idee und der Schreibstil sind gut und auch die Figuren gefallen mir, trotzdem konnte ich einfach nicht vollständig in die Geschichte abtauchen. Und die Längen am Anfang hätte man sich sparen und sich dafür lieber am Schluss mehr Zeit lassen können. Ich vergebe 3 von 5 Traumtänzerinnen:

Vielen Dank an cbt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren. Sie studierte Politikwissenschaften und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Bereits als kleines Mädchen war sie eine Büchernarrin und liebt bis heute die Geschichten von Astrid Lindgren, Hans Christian Andersen und Tove Jansson. Von ihrem ersten Taschengeld kaufte sie sich »Die Unendliche Geschichte« von Michael Ende. Mit ihrem Debütroman »Morgenrot« wurde sie bekannt und befand sich monatelang auf den Bestsellerlisten. Zusätzlich schreibt sie auch unter dem Pseudonym Thea Lichtenstein. Zusammen mit ihrer Familie lebt Tanja Heitmann auf dem Land.
Quelle: Lovelybooks

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