(Rezension) Ein anderes Paradies von Chelsey Philpot

Titel: Ein anderes Paradies
Originaltitel: Even in Paradise
Autorin: Chelsey Philpot
Verlag: Carlsen
Seitenanzahl: 400 (gebundene Ausgabe)
Erscheinungsdatum: 27. November 2015
Reihe: Einzelband
ISBN: 978-3-551-58345-1










Die Anziehung der Buchanans war so stark und so elementar wie die Wirkung des Mondes auf die Gezeiten, und wenn ich mit ihnen zusammen war, war ich glücklich im Widerschein ihres Lichts.
Zusammen gegen den Rest der Welt, so lautet ihr Motto: Seit Charlotte im Internat St. Anne’s die schillernde Julia Buchanan kennengelernt hat, steht sie vollkommen unter ihrem Bann. Bald lernt Charlotte auch Julias Bruder Sebastian und den Rest der Familie kennen und taucht in eine für sie neue Welt ein: mondäne Partys, ein Sommeranwesen am Atlantik, Ruderregatten. Unausweichlich verliebt sie sich nicht nur in Sebastian, sondern in die ganze Familie, und möchte unbedingt dazugehören – doch die glückliche Fassade trügt … 
Quelle: Amazon



Von dem einen auf dem anderen Moment ist sie einfach da: Julia Buchanan, die schon so viel Leid ertragen musste, aber trotzdem so viel Freude in Charlottes Leben bringt. Jetzt heißt es Julia und Charlie gegen den Rest der Welt. Immer mehr rutscht Charlotte in ein Leben rein, dass sie sich nie erträumt hätte. Ein Leben mit Ferienhaus auf Nantucket, mit übertriebenden Partys und einem zum dahinschmelzenden Bruder der besten Freundin. Doch nicht nur Sebastian hat ihr Herz gestohlen, sondern die ganze Familie Buchanan. Unbedingt möchte Charlotte eine von ihnen sein, doch ist das alles nur eine funkelnde Fassade?

Ein anderes Paradies war genau so und gleichzeitig auch komplett anders wie ich es mir vorgestellt hätte. Angefangen mit den Protagonistin hätte Julia sehr eine von John Green erschaffene Figur sein können. Voller Hoffnung, jedoch auch mit tiefer Trauer und düsternden Gedanken, die sich nicht durchschauen lassen. Julia war gleichzeitig lebensfroh und aufgeweckt, aber auch niedergeschmettert und vom Leben gezeichnet. Dieser Kontrast in ihrer Persönlichkeit macht sie zu einer ganz außergewöhnlicher Protagonistin, über die man gerne mehr erfahren möchte. Charlotte dagegen versteckt sich lieber in Julias Schatten. Sie ist mehr eine stille Beobachterin als eine großere Rednerin, immer in Gedanken versunken. Und um auch nichts zu vergessen, sammelt sie Erinnerungen in ihrer Andenkenkiste oder hält sie in ihren Kunstwerken fest. Auch wenn sie sich sehr stark von Julia lenken lässt, kann auch sie nicht ganz hinter die Fassade dieses so gegensätzlichen Mädchens schauen. Trotzdem versteht sie Julia wie keine andere und zusammen bilden sie ein absolutes Dreamteam. Als Leser hat man das Gefühl in ein Geheimnis eingeweiht zu werden,dass man nicht weitererzählen soll. Man wird ein Beobachter und auch Bestandteil einer Freundschaft mit eigenen Insiderwitzen, die nur wenige verstehen, man selbst gehört aber zu den Personen, denen dieses Privileg zu Teil wird.
Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil den Leser in ihrem Bann zu ziehen und obwohl nicht immer irgendetwas besonders Ereignisreiches passiert ist, wurde die Geschichte trotzdem nie langweilig. Die Idee, die der Geschichte zu Grunde liegt, ist vielleicht nicht neu oder einmalig, aber einfach originell und authentisch verfasst, so dass man das Gefühl hat, man würde die Geschichten echter Menschen lesen, denen genau das in ebendieser Sekunde widerfährt.
Und während man am Anfang noch nicht wusste, wie einem geschieht, wurde es von Seite zu Seite dramatischer, mit einem Ende bei dem ich wirklich Tränen in den Augen hatte. Auch wenn es nicht das typische Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End ist, hat das gewählte Ende doch seine ganz eigene Magie, die mich zwar immer noch berührt und  mit ihrer Wendung überrascht hat, aber dennoch zufrieden, wenn auch erstaunt und ein wenig betrübt, das Buch hat schließen lassen.

Ein anderes Paradies ist ein Buch über Freundschaft, Liebe, das Erwachsen werden und letztendlich auch des Findens und wieder Loslassens von geliebten Dingen, Erinnerungen und auch Menschen. Die Geschichte konnte mich wirklich berühren und auf viele Weisen überraschen. Ich vergebe 4,5 von 5 Traumtänzerinnen:

Chelsey Philpot ist auf einer Farm in New Hampshire aufgewachsen. Sie ist Pressesprecherin einer Kunststiftung und schreibt unter anderem für die New York Times und den Boston Globe. »Ein anderes Paradies« ist ihr erstes Buch. 

Kommentare:

  1. Hey Lena,

    deine Rezi macht mich sehr neuigerig auf das Buch. Ich hoffe, dass mein Buch noch diese Woche ankommt. Toll finde ich, dass es sich bei dem Buch um einen Einzelband handelt :-)

    Liebe Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sandra :)
      Danke, ich hoffe, du hast beim Lesen genauso viel Freude wie ich sie hatte. Ich möchte dieses Jahr auch mehr Einzelbänder lesen, damit ich nicht so viele angebrochene Reihen offen habe.:)
      Liebste Grüße
      Lena

      Löschen
  2. Hallo Lena,
    wow deine Rezi klingt genauso berührend wie das Buch. Das hast du echt richtig toll geschrieben. Und wenn ich das Buch nicht schon gelesen hätte und ebenfalls sehr begeistert wäre, dann läge es spätestens jetzt auf meiner WL. Das Buch war sogar eines meiner Jahreshighlights.

    Viele liebe Grüße,
    Liss ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für die lieben Worte ♥ Ich fand das Buch auch wirklich berührend und unfassbar schön. :)
      Liebste Grüße und ein frohes neues Jahr! :)
      Lena

      Löschen
:) :( :? -.- :-/ :-* :-O X( :7 :'( ~X( ♥.♥

Das könnte Sie auch interessieren...