(Rezension) Die Erleuchtete - Das Dunkel der Seele von Aimee Agresti

Titel: Die Erleuchtete - Das Dunkel der Seele
Originaltitel: Illuminate
Autorin: Aimee Agresti
Seitenanzahl: 576 (Taschenbuch)
Verlag: Goldmann Verlag
Reihe: Band 1
ISBN-10: 3442477549
ISBN-13: 978-3442477548
Meine Wertung: 3/5









Bis zu diesem Zeitpunkt war der Englischunterricht ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen.

Sie weiß nicht, woher sie kommt oder wer ihre Eltern sind, denn sie wurde einst ohne Erinnerungen am Straßenrand gefunden. Doch nun führt Haven ein behütetes Teenager-Leben, bis sie ein Praktikum im besten Hotel Chicagos antritt. Haven ist tief beeindruckt von der glamourösen Chefin Aurelia und deren atemberaubendem Assistent Lucian. Sie genießt die luxuriöse Atmosphäre ebenso wie Lucians zunehmende Aufmerksamkeiten. Bis sie merkt, dass sich hinter Aurelias schönem Äußeren eine finstere Seele verbirgt und dass ihre Chefin einen grausamen Plan verfolgt. Doch zum Glück steckt auch in Haven mehr, als ihre Widersacherin ahnt ...
Quelle: Amazon


Die Erleuchtete ist eine Geschichte in der die Konstellation - ohne vorher zu viel vorweg zu nehmen - von Engel gegen Teufel aufgenommen wird. Dabei gibt es aber keine klare Linien zwischen den zwei Seiten und Hell und Dunkel, Gut und Böse lässt sich nicht ohne weiteres zuordnen. Obwohl man ja denken könnte, dass dieses ganze Teufel- und Engelchenspiel schon recht ausgelutscht und vorhersehbar ist, konnte mich das Buch in dieser Hinsicht echt überraschen. Ich wusste beim Lesen eine ganze Zeit nicht, wo die Geschichte hinsteuern würde und war dementsprechend neugierig, was als nächstes passieren würde. Trotzdem gab es einige Längen, in denen nur wenig passierte. Dadurch hat die Geschichte an Spannung verloren, die zuvor so sorgfältig durch die einzigartige Atmosphäre aufgebaut wurde. Die Handlung spielt nämlich in dem restaurierten Lexington Hotel und schon von Anfang an ist klar, dass es sich um kein gewöhnliches Hotel handelt, denn neben all dem Luxus ist es vor allem dem berüchtigten Gangsterboss Capone nachempfunden und solch eine schaurige und mysteriöse Atmosphäre soll es auch ausstrahlen. Anfangs hat es echt lange gedauert, in das Geschehen hineinzukommen, doch als die ersten Hürden geschafft waren, konnte mich das Buch mitreisen und hat mich auch bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Protagonistin der Geschichte ist Haven. Haven ist klug, hübsch und insgesamt ziemlich durchschnittlich. Sie ist zwar sympathisch, hat jedoch keine besonderen Ecken und Kanten, die sie auffällig oder außergewöhnlich machen. Abgesehen von ihrer mysteriösen Vergangenheit ist sie recht gewöhnlich und auch ihr Humor war nicht unbedingt nach meinem Geschmack. Das ist zwar nicht zwangsläufig notwendig, es wäre aber doch schöner gewesen. Auch Lance, ein Mitpraktikant und Freund von Haven, ist sympathisch, aber dennoch genau wie Haven sehr gewöhnlich. Dante dagegen hat mir sehr gut gefallen, denn seine gute Laune ist ansteckend und es war eine deutliche Entwicklung zu spüren, auch wenn er meiner Meinung nach deutlich zu wenig vorkam und ich mir gewünscht hätte, er würde präsenter sein. Ebenfalls gefallen hat mir Aurelia, die anfangs noch mysteriös und unberechenbar erscheint, über die man aber nach und nach immer mehr in Erfahrung bringen konnte.
Natürlich gibt es auch hier wieder eine Liebesgeschichte, die mich jedoch überraschen konnte, da sie nicht so verlaufen ist, wie ich zuerst angenommen hatte. Generell hatte das Buch einige Wendungen zu bieten, mit denen ich nicht gerechnet habe und die der Geschichte neue Spannung verliehen hat.

Der Schreibstil von Aimee Agrestie ist sehr detailliert, wodurch es zu den schon oben genannten langatmigen Stellen kommt. Die Autorin beschreibt die Umgebung bis ins kleinste Detail, doch das ist meistens schon zu viel des Guten. Einerseits hat man dann ein klares Bild von der Umgebung vor Augen, andererseits wird man mit viel zu vielen Einzelheiten überladen und die eigentliche Geschichte wird in den Hintergrund gerückt. Trotzdem sind Sätze und Formulierungen einfach und schlicht gehalten und dadurch lässt sich das Buch problemlos und schnell lesen.

Insgesamt kann ich sagen, dass in dem Buch noch viel ungenutztes Potential schlummert. Die Charaktere konnten mich nur teilweise überzeugen und einige Längen hätten vermieden werden können, trotzdem unterscheidet sich die Geschichte von anderen aus dem Genre und konnte mich besonders am Ende packen und mit unvorhersehbaren Wendungen überraschen, so dass ich nun doch wissen muss, wie es im Kampf gegen das Böse weitergeht. Ich hoffe, dass das ungenutzte Potential im nächsten Band genutzt wird, um die Idee weiter auszubauen.
Ich vergebe 3 von 5 Traumtänzerinnen:

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplars.


Die Erleuchtete-Trilogie:
1. Das Dunkel der Seele
2. Der Ruf des Bösen
3. Im Zeichen der Finsternis

Aimee Agresti besuchte nach ihrem Schulabschluss die Universität, um dort ein Journalismus-Studium zu absolvieren. Heute schreibt sie Beiträge für diverse Zeitschriften und ist immer wieder als Interviewerin im Fernsehen und Radio zu sehen bzw. zu hören. Neben den journalistischen Arbeiten ist Agresti auch als Fantasy-Autoren tätig. Als solche ist sie vor allem für dei Trilogie "Die Erleuchtete" bekannt, deren erster Teil im Jahr 2013 veröffentlicht wurde. Die Autorin ist verheiratet und hat einen Sohn. Sie lebt mit ihrer Familie in Washington D. C.
Quelle: Lovelybooks

Kommentare:

  1. Hallöchen,

    ich habe das Buch letzten Sommer gelesen und kann dir in einigen Dingen voll und ganz zustimmen. Ich wusste auch erst gar nicht, was mich in dem Buch erwarten würde, weil es doch nicht so typisch war wie gedacht. Vor allem das mit den Fotos fand ich eine ganz, ganz tolle Idee! Aber leider hat es sich an einigen Stellen wirklich etwas in die Länge gezogen...deshalb habe ich für das Buch auch recht lange gebraucht...
    Mit der Wendung der Liebesgeschichte habe ich auch überhaupt nicht gerechnet, aber mir hat sie ehrlich gesagt auch nicht gefallen :( Mir wäre die vorherige "Konstellation" (ich will ja jetzt auch nicht in diesem Kommentar spoilern :D) viel lieber gewesen, auch wenn sie vorhersehbar gewesen wäre.
    Ich kann dir eigentlich sogar in allen Punkten zustimmen. Auch was den Schreibstil und die Charaktere betrifft. Ich fand Dante auch am besten :)
    Bei mir ist es aber leider so, dass ich die Reihe nicht fortsetzen möchte. Die geschaffene Welt in diesem Hotel fand ich zwar sehr toll und auch die Idee des Buches hat mir gut gefallen, aber ich musste mich doch hin und wieder durchkämpfen und dafür ist mir meine Lesezeit eigentlich zu kostbar. Und naja, die Wendung der Liebesgeschichte hat es mir irgendwie zusätzlich verdorben :(

    Liebe Grüße
    Kate

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    1. Hallo :)
      Schön zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die so denkt. Ja das andere Pairing in Sachen Liebesbeziehung finde ich auch eigentlich ganz gut und ich lass mich einfach überraschen, ob daraus nicht doch noch was wird. :D
      Liebste Grüße
      Lena

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