(Rezension) Berühre mich. Nicht. von Laura Kneidl


Titel: Berühre mich. Nicht.┊Autorin: Laura Kneidl ┊Verlag: LYX VerlagSeitenanzahl: 464┊ Reihe?: Band 1┊ Erscheinungstermin: 26. Oktober 2017┊ ISBN:  978-3736305274┊ Meine Wertung: 4/5┊
Ich habe keine Angst.
Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen ...
Quelle: Amazon


Auch wenn sich viele Bücher dieses Genres ähneln, bin ich doch ein sehr großer Fan von New Adult-Geschichten - ganz egal ob von deutschen oder amerikanischen Autoren und Autorinnen. Berühre mich. Nicht. ist mir schon vor Erscheinen durch das wunderschöne Cover aufgefallen. Als es dann von sämtlichen Lesern gelobt wurde und in aller Munde war, wollte ich mich natürlich auch selbst von der Geschichte überzeugen. Berühre mich. Nicht. konnte mich fesseln und unterhalten - komplett nachvollziehen konnte ich den großen Hype aber nicht. 

Erzählt wird aus der Sicht von Sage. Sage ist alles andere als behütet aufgewachsen. Um schlimmen Erinnerungen zu entkommen packt sie ihre Sachen und flieht nach Nevada. Dort ist sie komplett auf sich alleine gestellt, trotzdem ist sie fest entschlossen sich mit dem Beginn ihres Studiums in der fremden Stadt auch ein neues Leben aufzubauen. Leichter gesagt als getan, denn ihre traumatische Vergangenheit scheint sie immer wieder einzuholen und nicht loszulassen. Als sie ihren Job in der Bibliothek antritt, trifft sie auf Luca. Er verkörpert alles, wovor Sage sich so wahnsinnig fürchtet. Doch hinter seiner grimmigen verschlossenen Fassade steckt mehr, als Sage auf den ersten Blick erkennt und so lässt sie ihn langsam in ihr Leben - und in ihr Herz. 

Auf dem ersten Blick scheint Berühre mich. Nicht. alle typischen Klischees des New Adult Genres in sich zu vereinen - ein Mädchen, dass vor ihrer traumatischen Vergangenheit flieht und bei dem Versuch sich ein neues Leben aufzubauen, in den Badboy verliebt.
Doch auch wenn mir diese Klischees natürlich aufgefallen sind, wurden sie dennoch gut umgesetzt. 

Mit Sage brauchte ich einige Zeit, um warm zu werden. Ihr Verhalten in der Gegenwart von Männern fand ich anfangs noch sehr krass und heftig dargestellt. Doch je mehr ich mich mit ihr und ihrer Geschichte beschäftigte und je mehr ich über ihre Vergangenheit erfahren habe, umso mehr konnte ich ihr Benehmen und ihre Ängste nachvollziehen. Ihre Gefühle wurden deutlich geschildert, so dass ich einen guten Einblick bekommen konnte. 
Luca habe ich zwar anfangs noch als Badboy bezeichnet, doch die Beschreibung wird ihm keinesfalls gerecht. Auf den ersten Blick scheint er vielleicht wie der typische Badboy zu wirken - Tattoos, ein großer Frauenverschleiß und die grimmige Miene, die er oft zu Schau trägt deuten immerhin darauf hin - je mehr ich ihn kennenlernte, desto klarer wurde mir jedoch, wie sehr ich mich in ihm getäuscht habe. Luca zieht sich lieber mit seinen Büchern zurück, als auf wilde Partys zu gehen und auch wenn er auf Außenstehende verschlossen wirkt, würde er für die Menschen, die er liebt, alles tun. Auch er wurde in der Vergangenheit verletzt und versucht mit seiner Unnahbarkeit nur sich selbst zu schützen. 

Die Beziehung zwischen Sage und Luca baut sich sehr langsam und gemächlich auf. Sages Ängste stehen den Beiden immer wieder im Weg. Dennoch baut sie langsam vertrauen zu Luca auf und blickt hinter seine Fassade. Die langsame Annäherung der Beiden wirkte auf mich sehr realistisch und authentisch und mit jeder weiteren Seite habe ich mitgefiebert, dass für sie alles gut ausgeht. 

Neben Sage und Luca gibt es dann noch eine Reihe Nebencharaktere, die mir insgesamt alle sehr gefallen haben. Zwar dreht sich die Geschichte hauptsächlich um Sage und Luca, dennoch hatten auch die Nebenfiguren ihre ganz eigenen kleinen Geschichten zu erzählen.

Der lockere und leichte Schreibstil der Autorin hat mich schnell durch die Geschichte getragen, so dass ich kaum gemerkt hatte, dass ich auch schon am Ende angekommen war. Das Ende hat mich jedoch enttäuscht. Der Cliffhanger wirkte gestellt und überdramatisiert. Lieber hätte die Autorin diesem Buch ein paar mehr Seiten geben und es anständig in einem Band beenden sollen, als es unnötig in die Länge zu ziehen. Ich verstehe den momentan Trend im New Adult-Genre, Dilogien zu schreiben, sowieso nicht. Ich lese hier viel lieber Einzelbände als eine ewig lange Liebesgeschichte mit viel Hin und Her. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch und der zweite Band ist doch ereignisreich und nötig um die Geschichte von Sage und Luca zu einem anständigen Ende zu bringen?
Berühre mich. Nicht. ist eine emotionale und tiefgründige Geschichte über Liebe und Vertrauen. Trotz ihrer schweren Vergangenheit lernt Sage dank Luca, wieder Männer in ihr Leben zu lassen und ihre Ängste in seiner Gegenwart zu vergessen. Allein den Cliffhanger am Ende fand ich etwas zu gestellt und inszeniert - man hätte die Geschichte bestimmt auch in einem Einzelband erzählen können.
Ich vergebe 4 von 5 Traumtänzerinnen:

1. Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl, 1990 geboren, wuchs in der Nähe von Erlangen auf. Heute studiert sie an der Hochschule der Medien "Bibliotheks- und Informationsmanagement". Inspiriert von zahlreichen Fantasyromanen begann sie 2009 an ihrem ersten eigenen Projekt zu schreiben. Neben dem Verfassen von Romanen gilt ihr Interesse dem Lesen und Rezensieren solcher, weshalb sie einen eigenen Bücherblog betreibt. Seit Anfang 2013 ist sie Mitbegründerin des Schreibwahnsinns, einer Gruppe möwenverrückter Autoren, die gerne über das Schreiben schnattern.
Quelle: Lovelybooks

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Das könnte Sie auch interessieren...