(Rezension) Und du kommst auch drin vor von Alina Bronsky


Titel: Und du kommst auch drin vor┊Autorin: Alina Bronsky ┊Verlag: dtv VerlagSeitenanzahl: 192┊ Reihe?: Einzelband 1┊ Erscheinungstermin: 8. September 2017┊ ISBN: 978-3423761819┊ Meine Wertung: 2/5┊

Als Frau Meier sagte, dass wir heute zur Lesung gehen, haben alle gestöhnt.
Kims Leben: Roman oder Realität?
Seit der ersten Klasse sind sie beste Freundinnen: Kim, 15, eher unauffällig, und Petrowna, klug, exzentrisch und daran gewöhnt, immer und überall den Ton anzugeben. Alles wird anders, als die beiden mit ihrer Klasse zu einer Schullesung gehen: Während die anderen tuscheln, sich die Haare kämmen oder aus dem Fenster schauen, wird Kim hellhörig, denn was die Autorin da vor sich hin nuschelt, handelt von ihr. Okay, es kommen andere Namen vor und ein paar unwichtige Details stimmen nicht, aber der Rest ist sie! Doch die Geschichte geht nicht gut aus, vor allem nicht für Jasper, Kims Klassenkameraden, der, wenn das Buch die Wahrheit sagt, am Ende an einem Wespenstich stirbt. Um das zu verhindern, bleibt Kim nichts anderes übrig, als ihr Leben völlig auf den Kopf zu stellen. Auf einmal macht sie alle möglichen Dinge zum ersten Mal, wie zum Beispiel Jasper zu küssen. Das aber passt Petrowna ganz und gar nicht ins Konzept ...
Quelle: Amazon


Als ich Und du kommst auch drin vor das erste Mal in der Hand hielt, war ich überrascht. Mit nur 192 Seiten ist das Buch ziemlich dünn. Doch nun nach dem Lesen kann ich sagen, dass es sogar zu viele Seiten waren. Die eigentliche Geschichte könnte innerhalb weniger Kapitel erzählt werden, stattdessen wird sie jedoch ewig in die Länge gezogen, gefühlt nur um die Seiten zu füllen. Ein roter Faden, der ein bisschen mehr Ordnung in die Handlung hätte bringen können, geht dabei verloren. Und auch Spannung kommt nicht so richtig auf. 

Eigentlich schade, denn die Idee fand ich wirklich klasse und einfallsreich. Während einer Lesung, die Kim zusammen mit ihrer Klasse besucht, erlebt sie ihr blaues Wunder. Denn das, was die Autorin da vorliest, handelt von ihr. Doch für einen der Charaktere geht die Geschichte nicht gut aus und so versucht Kim zusammen mit ihrer besten Freundin Petrowna das Ende umzuändern, so dass in der Realität alles glimpflich verläuft.
Der Klappentext verspricht eine kreative und originelle Geschichte, umgesetzt wurde dies leider nicht. Es kommt einfach keine richtige Spannung auf und auch die Handlung gibt nicht viel her. Nach dem Lesen der ersten Kapitel stellten sich mir natürlich allerhand fragen. Wie kann es sein, dass die Autorin über Kim schreibt? Woher weiß diese, was in Kims Leben als nächstes passiert, was sie denkt und sagt? Und wie kann Kim das drohende Unglück verhindern?
Antworten habe ich leider keine bekommen. Auch das Ende war eher enttäuschend, da es keine wirklich Auflösung oder plausible Erklärung gab. Stattdessen lassen sich Kim und Petrowna zu leichtsinnigen und schlecht durchdachten Handlungen hinreißen, durch die sie ihrem Ziel aber trotzdem nicht näher kommen.

Erzählt wird aus der Sicht von Kim. Zu Anfang habe ich befürchtet, dass die Geschichte nicht ganz meiner Altersgruppe entspricht. Immerhin ist Kim mit ihren 15 Jahren einige Jährchen jünger als ich. Leider hat sich diese Befürchtung auch bewahrheitet. Kim war recht kindisch und egoistisch, was auf Dauer ziemlich auf die Nerven gehen konnte. Natürlich könnte man ihr Verhalten auf die Tatsache schieben, dass sie ein Scheidungskind ist, doch das wäre keine Entschuldigung für ihr oft zickiges und unangemessenes Verhalten.
Generell konnte mich die Charaktere nicht wirklich überzeugen. 
Jasper war mir zu blass und eintönig und die Autorin war ohne mir ersichtlichen Grund ständig schlecht gelaunt und gemein sowie unhöflich.
Einzig Petrowna konnte ich etwas abgewinnen. Sie war von Anfang an vielseitig und lustig und hat Abwechslung in die Geschichte gebracht.

Zwar werden wichtige Themen wie Freundschaft, Liebe und Familie angesprochen, hier hätte ich mir allerdings mehr Tiefe gewünscht. 
Die angegebene Zielgruppe wird vielleicht mehr Spaß an der Geschichte haben, meinen Geschmack konnte sie leider nicht treffen.


Der Schreibstil war zwar Anfangs gewöhnungsbedürftig, hat mir aber im Endeffekt gut gefallen. Durch die kurzen Sätze passt er zu der jugendlichen Geschichte und ihren Charakteren.
Mich konnte Und du kommst auch drin vor leider nicht überzeugen. Zu den Charakteren konnte ich einfach keinen Draht finden und auch die Handlung plätscherte nur so vor sich hin. Ein plausible Erklärung der während der Geschichte aufkommenden Fragen gibt es am Ende leider nicht. Die angegebene Zielgruppe spricht die Geschichte wahrscheinlich mehr an, ich konnte leider nur wenig mit ihr anfangen. Zwei Traumtänzerinnen gibt es trotzdem für die originelle Idee und den Schreibstil:

Vielen Dank an Vorablesen und den dtv Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Alina Bronsky wurde 1978 in Jekaterinburg, Russland geboren. Ihr Name ist nur ein Pseudonym welches sie benutzt, ihr Geburtsname ist unbekannt. Sie ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges und ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Später fing Sie an Medizin zu studieren, brach das Studium aber ab, um als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer Tageszeitung zu arbeiten. Sie wurde bisher für den »Aspekte-Literaturpreis« sowei den »Deutschen Jugendliteraturpreis« nominiert. Sie lebt heute in Frankfurt am Main.
Quelle: Lovelybooks

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