(Rezension) Palace of Glass - Die Wächterin von C. E. Bernard


Titel: Palace of Glass - Die Wächterin┊Autorin: C.E. Bernard ┊Verlag: Penhaligon Verlag┊Seitenanzahl: 368┊ Reihe?: Band 1┊ Erscheinungstermin: 19. März 2018┊ISBN: 978-3764531959┊ Meine Wertung: 4/5┊

Keinerlei Berührung. So lautet das oberste Gebot, das uns von Kindesbeinen an eingebläut wird, die einzige Regel, die wirklich von Bedeutung ist. Trage stets deine Handschuhe.
Ich werde diese Regel jetzt brechen.
Stellen Sie sich vor… 
London wäre ein Ort, an dem Tugend und Angst regieren. Ein hartes Gesetz untersagt den Menschen, die Haut eines anderen zu berühren. Denn die Bevölkerung und insbesondere das Königshaus fürchten die Gefahr, die von den sogenannten Magdalenen ausgeht – Menschen, deren Gabe es ist, die Gedanken anderer durch Berührung zu manipulieren. Die junge Rea zeigt so wenig Haut wie möglich. Einzig während illegaler Faustkämpfe streift sie ihre Handschuhe ab. Doch wie kommt es, dass die zierliche Kämpferin ihre körperlich überlegenen Gegner stets besiegt? Und warum entführt sie der britische Geheimdienst? Bald erfährt Rea, dass sie das Leben des Kronprinzen beschützen muss. Doch am Hof ahnt niemand, dass sie selbst sein größter Feind ist.
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Wir schreiben das Jahr 2054. Seit bekannt ist, dass einige Menschen - die sogenannten Magdalenen -über eine besondere Gabe verfügen, die es ihnen erlaubt, bei Hautkontakt die Gedanken ihrer Mitmenschen zu lesen und manipulieren, sind Berührungen strengstens verboten. Einzig und allein zu Fortpflanzungszwecken werden die Regelungen gelockert und die Hände von den Handschuhen befreit.
Rea ist eine Magdalena und somit in ständiger Gefahr. Denn bei Entdeckung ihrer Fähigkeiten droht ihr die Todesstrafe. Dennoch riskiert sie ihr Leben bei illegalen Straßenkämpfen, bis sie ausgerechnet dort entdeckt und als neuer Bodyguard für den Kronprinzen von England eingestellt wird. Wird es ihr gelingen, ihr Geheimnis verborgen zu halten?

Palace of Glass konnte mich sofort mit der einzigartigen Idee und dem dystopischen Setting fesseln, dennoch fiel mir der Einstieg in die Geschichte zunächst schwer. Denn obwohl die Handlung in der Zukunft spielt, fühlte ich mich vielmehr in die Vergangenheit zurückversetzt. Die bodenlangen Kleider und Satinhandschuhe erinnern eher an das Mittelalter und auch die Staatsform der Monarchie und die formellen Anreden scheinen einer anderen Zeit entsprungen zu sein. Dennoch wollte ich mehr über diese neue Welt mit ihren strengen Gesetzen und Regeln erfahren, die so düster und trostlos wirkt. Die Autorin lässt sich zu Anfang viel Zeit, so dass ich mich nach und nach in der Geschichte einfinden konnte. Ihr Schreibstil ist sehr ausschweifend - besonders die Kleidung wird sehr detailliert beschrieben. Dies erleichterte mir zwar zu verstehen, wie die Menschen aufgrund der strengen Regeln leben - bekleidet mit hohen Kragen, langen Handschuhen und Kummerbund, stets darauf bedacht jedes bisschen Haut zu verdecken - an manchen Stellen war es dann aber zu viel des Guten. 

Ab dem Mittelteil steigert sich dann das Erzähltempo und es wird spannender. Nach und nach erfährt man nun auch etwas über die Magdalenen - über ihre Geschichte, ihre verschiedenen Fähigkeiten und ihre Lebensweise. Die Magdalenen sind der Grund für das Verbot von Berührungen. Aus Angst durch die Gabe einer Magdalena manipuliert zu werden, ist jeglicher Hautkontakt strengstens Verboten und die Hände werden zu jeder Zeit von Handschuhen bedeckt.
Rea - aus deren Sicht erzählt wird - gibt hier einen guten Einblick in diese neue Welt. Durch sie konnte ich mehr über die Magdalenen erfahren, da sie selbst zu ihnen gehört. Rea ist eine sehr strake Protagonistin, die trotz der täglichen Gefahr, in der sie schwebt, niemals aufhört zu kämpfen. Im Schloss - mitten in der Höhle des Löwen - könnte sie jeden Moment von ihren Feinden enttarnt werden. Denn als Magdalene lebt sie mit einer ständigen Gier nach Berührungen, die es ihr schwer macht, ihr Geheimnis zu wahren. Diese Hautgier und den dadurch verursachten inneren Kampf von Rea hat die Autorin wirklich authentisch dargestellt, so dass ich mich gut in Rea hineinversetzen konnte. 
Auch die anderen Charaktere - allen voran der Prinz sowie auch Ninon und der Ritter, welche Rea im Schloss ausbilden und trainieren - haben mir wirklich gut gefallen. Alle Charaktere haben so viel Tiefe und wurden mit viel Liebe zum Detail zum Leben erweckt. Ihre Einzigartigkeit spiegelt sich auch ihn ihren Gedankengängen wieder, die sich durch Reas Gabe bei jedem anders offenbaren - mal in Form von ganzen Sätzen oder einzelnen Wörtern oder aber auch nur als Bild oder Gefühl.

Die Liebesgeschichte war zwar vorhersehbar, dennoch habe ich sie mit Interesse verfolgt. Sie fügt sich gut in die Haupthandlung ein, ohne diese zu verdrängen. Je mehr ich mich in diese düstere Welt eingefunden hatte, umso spannender wurde es. Besonders am Ende konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ich bin wirklich gespannt, wie es im zweiten Band weitergeht.
Palace of Glass - Die Wächterin überzeugt mit einer einzigartigen Idee, einem düsteren Setting und starken Charakteren. Durch den ausschweifenden und detaillierten Schreibstil der Autorin entstehen  zwar besonders am Anfang ein paar Längen, dennoch konnte mich die Geschichte bis zur letzten Seite fesseln.
Ich vergebe 4 von 5 Traumtänzerinnen:

Vielen Dank an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Palace-Saga:
1. Palace of Glass - Die Wächterin
2. Palace of Silk - Die Verräterin
3. Palace of Fire - Die Kämpferin

C.E. Bernard ist das Pseudonym von Christine Lehnen, die 1990 im Ruhrgebiet geboren wurde und seitdem in Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien und Paris gelebt hat. Ihre Kurzgeschichten wurden mit den Literaturpreisen der Jungen Akademien Europas und der Ruhrfestspiele Recklinghausen ausgezeichnet. Seit 2014 lehrt sie Literarisches Schreiben an der Universität Bonn. Daneben studiert Christine Lehnen Englische Literatur und Politikwissenschaft, forscht zum Thema Kreatives Schreiben und inszeniert Theaterstücke mit der Bonn University Shakespeare Company.
Quelle: Randomhouse

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